Um was geht es?

Die rechte Mehrheit im Parlament will den Zivildienst schwächen. Mit sechs Änderungen des Zivildienstgesetzes soll der Zivildienst unattraktiver gemacht werden. So soll unter anderem die Dienstdauer für Personen, die bereits Militärdiensttage geleistet haben, massiv erhöht werden.

Diese Änderungen widersprechen dem Gleichbehandlungsgebot von Zivil- und Armeedienst und sind grundrechtswidrig. Das Ziel ist mehr Militärdienstleistende, obschon die Armee in den letzten Jahren zu viel Personal hatte. Wenn in Zukunft weniger junge Männer Zivildienst leisten, heisst das aber auch weniger Unterstützung in Spitälern, Pflegeheimen, Schulen oder dem Natur- und Umweltschutz. Dank dem Referendum können diese Änderungen am 14. Juni verhindert werden.

Verstoss gegen grund- und völkerrechtliche Vorgaben

Die vorgesehenen Änderungen sind nicht nur schikanös, sie verletzen auch grund- und völkerrechtliche Vorgaben. Dass nach Abschluss des Militärdienstes nicht mehr in den Zivildienst gewechselt werden kann, verstösst gegen die Glaubens- und Gewissensfreiheit. Es darf nicht sein, dass Personen gegen ihren Willen Militärdienst leisten müssen.

Unverhältnismässige Bevorzugung der Armee

Die Änderungen des Zivildienstgesetzes haben zum Ziel, den Bestand der Armee zu erhöhen. Dabei war dieser in den letzten Jahren widerrechtlich zu hoch. Der Effektivbestand der Armee war in den letzten Jahren mit 147’000 Armeeangehörigen widerrechtlich höher als die bislang im Gesetz vorgesehenen 140’000 Personen, die es braucht, damit der Sollbestand von 100’000 tatsächlich besetzten Positionen sichergestellt ist.

Weitere Infos

Parteienforum WB

Sicherheit für eine Gesellschaft bedeutet mehr als militärische Sicherheit – dazu gehören auch das Wohlbefinden von Menschen im Alltag, der Zusammenhalt, die Resilienz bei Krisen usw. So gesehen leisten «Zivis» viel für unsere Sicherheit. Das hat sich bei Corona gezeigt, als Zivildienstleistende in Spitälern und Pflegeheimen unerlässlich waren.
Brigitte Wolf, Co-Präsidentin Grüne Wallis