Sicherheit für eine Gesellschaft bedeutet mehr als militärische Sicherheit
Am 14. Juni stimmen wir über eine Änderung des Zivildienstgesetzes ab. Mit dem neuen Gesetz soll der Zivildienst weniger attraktiv gemacht werden. Damit soll unsere militärische Sicherheit gestärkt werden. Doch so einfach ist das nicht.
Sicherheit für eine Gesellschaft bedeutet mehr als nur militärische Sicherheit. Zur Sicherheit einer Gesellschaft gehören auch das Wohlbefinden von Menschen im Alltag, der Zusammenhalt, die Resilienz bei Krisen usw. Der zivile Ersatzdienst ist Teil dieser gesamtgesellschaftlichen Sicherheitsleistung. Das hat sich exemplarisch in der Coronapandemie gezeigt, als Zivis in Spitälern und Pflegeheimen unerlässlich waren. Bei der Abstimmung über das Zivildienstgesetz geht es deshalb auch um die Frage, was Zivildienstleistend für die Gesellschaft leisten. 2025 wurden fast zwei Millionen Zivildienst Tage geleistet – davon profitieren rund 5000 Einsatzbetriebe. Zivildienstleistende entlasten zum Beispiel das Pflegepersonal in Heimen und Spitälern, helfen Bergbauernfamilien und unterstützen Schulen. Zudem sind «Zivis» eine wichtige Stütze im Naturschutz und leisten einen äusserst grossen Beitrag zum Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Jährlich leisten Hunderte von Zivis Zehntausende von Einsatztagen im Umwelt- und Naturschutz. Sie schaffen und pflegen Schutzgebieten und damit Erholungsräumen für Natur und Mensch. Die Verschärfung der Zulassung zum Zivildienst droht die Einsatztage im praktischen Naturschutz zu reduzieren und dieses wichtige Engagement zu schwächen.