Gehört pilzresistenten Traubensorten die Zukunft?

Am 22. November 2021 luden die Grünen Oberwallis zu einer Veranstaltung im Landwirtschaftszentrum Visp ein. Fredi Strasser und Jean-Laurent Spring informierten die rund 60 Teilnehmer:innen über die Vorteile von pilzresistenten Traubensorten. Bei einer Weindegustation präsentierte die PIWI-Gruppe Wallis unter der Leitung von Hans-Peter Baumann 27 PIWI-Weine aus dem Wallis.

Die vielen Niederschläge in diesem Sommer führten im Rebbau zu grossen Problemen mit dem Falschen Mehltau und zu Ernteausfällen. Kein Wunder, dass sich viele überlegen, wie es weitergehen soll. Die Lösung könnten pilzresistente Traubensorten sein, die das Risiko vor Ernteausfällen und den Pestizideinsatz stark reduzieren. Der Agronom Fredi Strasser erzählte von seinen langjährigen Erfahrungen mit PIWI-Rebsorten. 1990 durfte er erstmals eine «verbotene» Sorte als «von Agroscope überwachten Versuch» pflanzen. Gemeinsam mit Nationalrat Andrea Hämmerle schaffte er es, dass die «zwingende Rebsortenliste» in «empfehlende Rebsortenliste» umbenannt wurde, sodass die Winzer auch PIWI-Sorten anbauen durften. Von da an hat Fredi Strasser auf seinem Bioweinbaubetrieb immer mehr neue, noch unbekannte oder alte, in Vergessenheit geratene, pilzwiderstandsfähige Sorten gepflanzt.

Jean-Laurent Spring, Leiter der Forschungsgruppe Weinbau bei Agroscope, gab spannende Einblicke in seine Arbeit mit PIWI-Züchtungen. Seit 1996 arbeitet Agroscope daran, durch klassische Kreuzung europäischer Rebsorten mit wilden Sorten aus Amerika und Asien Resistenzen gegenüber Echtem und Falschem Mehltau zu erzeugen. 2013 wurde mit Divico die erste Sorte zugelassen. Fünf Jahre später folgte die weisse Sorte Divona. In Zusammenarbeit mit dem französischen Forschungsinstitut INRA werden die Bemühungen zur Züchtung von Rebsorten mit Mehrfachresistenzen fortgesetzt.