Über 2200 Oberwalliser:innen fordern ein öffentlich zugängliches Naherholungsgebiet Steineja

Die geplante Autobahnraststätte im Gebiet Steineja bei Raron bedroht den heutigen Baggersee Steineji (Volkigilla). Vorgesehen ist dessen teilweise Zuschüttung. Die Grünen, SP und JUSO Oberwallis sind überzeugt, dass ein öffentlich zugänglicher Badesee im Oberwalliser Talgrund zentral für Naherholungssuchende ist. Die von uns lancierte Petition erhielt breiten Zuspruch aus der Oberwalliser Bevölkerung und wurde am Donnerstag, 14. Oktober der Walliser Staatskanzlei übergeben.

Gemäss den kantonalen Behörden ist zwar eine ökologische Aufwertung des Sees und eine Zone für Erholungssuchende geplant. Auf eine Interpellation der SP im Grossrat hin, spricht sich der Staatsrat endlich für ein Erholungsgebiet inklusive Badegelegenheit aus. Die Grünen, SP und JUSO sind sehr erfreut über diese positiven Aspekte des Projekts und die Zugeständnisse seitens des Kantons, fordern in ihrer Petition jedoch weitere Verbesserungen.

Ein grosser Teil des bestehenden Baggersees soll zugeschüttet und davon nur ein Teil kompensiert werden. Die zugeschüttete Seefläche soll über 250 Park- und Stellplätzen der Autobahnraststätte weichen. «Der Baggersee hat sich in den letzten Jahren zu einem wertvollen Stück Natur entwickelt und wird von der Bevölkerung sehr geschätzt», betont Aaron Heinzmann, Präsident der Grünen Oberwallis, «eine öffentliche Bade- und Erholungsmöglichkeit verbessert die Lebensqualität im Talgrund». Die Unterzeichnenden verlangen deshalb die Verkleinerung der geplanten Fläche für Park- und Abstellplätze zugunsten natürlicher Flächen, den Verzicht auf die teilweise Zuschüttung des Baggersees Steineji und dessen komplette Renaturierung. «Die Behörden begründen die grosse Zahl an Parkplätzen mit dem Vergleich zur Autobahnraststätte Relais St. Bernard in Martigny» erläutert Laetitia Heinzmann Bellwald, Grossratssuppleantin der SP, «wir können das nicht nachvollziehen, da in der Region um das Relais St. Bernard die Bevölkerungsdichte und das Einzugsgebiet weitaus grösser als im Oberwallis sind».

Gemäss Manuel Lutz, Vorstandsmitglied JUSO Oberwallis, sei das Wallis als Alpenkanton stark von der Klimakrise betroffen und die Versiegelung heize den Talgrund im Sommer zusätzlich auf. In Zukunft seien deshalb Abkühlung spendende Erholungsgebiete immer gefragter. Deshalb verlangen 2’236 Oberwalliser:innen mit der Petition ein Erholungsgebiet, das auch ausserhalb der Autobahn zugänglich ist. Zudem braucht es eine Lärmschutzwand entlang des Baggersees zum Schutz des Erholungsgebiets vor dem Autobahnlärm zusätzliche Massnahmen für den Fall einer Havarie oder eines Störfalls. Dies, um die Verschmutzung des Naherholungsgebietes und des Grundwassers zu verhindern.

Am Donnerstag, 14. Oktober übergaben die Grünen gemeinsam mit der SP und der JUSO die Petition der Staatskanzlei in Sitten. Sie sind überzeugt, dass der Staatsrat ein offenes Ohr für die Anliegen der Oberwalliser Bevölkerung hat und die Verbesserungsvorschläge in das Projekt einfliessen lässt.